Bauern ziehen Bilanz

Droht diese witterungsbedingt ins Wasser zu fallen?
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    Teilnehmer der Ernte-Pressekonferenz auf dem Hof in Böbingen. Foto: dav
Ein „durchschnittliches Jahr“ mit meist guter Qualität, so die Bilanz der Ernte-Pressekonferenz. Doch erst wenn die Ernte ganz eingefahren ist, steht fest, ob es ein gutes Erntejahr war oder nicht. Denn Sorgen machen die starken Regenfälle der vergangenen Tage, welche die Bilanz und die Qualität noch merklich trüben könnten.


Ostalbkreis.
Das Landratsamt hatte auf den Gratewohlhof der Familie Schweizer in Böbingen geladen. Mit dabei waren Landrat Klaus Pavel, Bürgermeister Jürgen Stempfle, Vertreter der Landwirte, etwa der Vorsitzende des Kreisbauernverbands Hubert Kucher, und Vertreter der „Abnehmer“, wie Xaver Ladenburger von der Heimatsmühle.

Helmut Hessenauer, der Leiter des Geschäftsbereiches Landwirtschaft des Landratsamtes, gab einen Überblick über den „Witterungsverlauf“ des Erntejahres. Der strenge Januar hatte auch sein Gutes, wegen des Schnees seien die Kulturen gut über den Winter gekommen. Dennoch seien die kalten Monate insgesamt zu trocken gewesen. „Verheerend“ nannte Hessenauer den Frosteinbruch im April. Zumindest für den Obstanbau. Glücklicherweise hätten die Ackerkulturen darunter aber so gut wie nicht gelitten. Bis in den Juni hinein seien „ganz vernünftige Niederschläge“ zu verzeichnen gewesen, dann kam eine zu lange trockene Periode. Jetzt sei das Getreide reif, fertig zur Ernte. Und gerade jetzt machen den Landwirten die starken Regenfälle zu schaffen.

Das unterstrichen Hubert Kucher und Karl Dambacher vom Kreisbauernverband. Bei der nassen Witterung würden die reifen Halme erneut keimen, was zu Qualitätsverlusten führen könne. „Das Getreide ist reif und muss jetzt geerntet werden“, meinte Kucher und warb um Verständnis dafür, dass die Landwirte jetzt bis in die Nacht hinein schaffen müssten – wenn das es Wetter zulässt. Er rechnet damit, dass die Ernte in sieben bis zehn Tagen eingefahren ist.

Xaver Ladenbuerg von der Heimatsmühle und Hubert Gütlin von der Horner Mühle machten deutlich, dass sie erst am Dienstag mit der Erfassung der Ernte angefangen haben. Die bisherigen Lieferungen bezeichneten sie als „sehr heterogen“. Die Erzeugerpreise, also das, was der Landwirt am Ende bekommt, liege etwas über dem Niveau des Vorjahres.

Die einzelnen Sorten im Detail

Winterweizen: Im Gegensatz zum vergangenen Jahr kaum Pilzbefall, es werden „überdurchschnittliche Erträge“ erwartet, was sich durch die Regenschauer Ende Juli aber noch ändern könnte.

Wintergerste: Die Bedingungen zur Ernte waren stabil, es wurden leicht überdurchschnittliche Erträge geerntet.

Winterraps: Die Ernte fällt besser aus als erwartet, es gibt deutlich höhere Öl-Erträge.

Silomais: Trotz später Aussaat hat sich der Mais gut entwickelt. Erwartet werden gute bis sehr gute Erträge.

Grünland: Kaum längere Trockenperioden und ausreichend Niederschläge; das heißt, Menge und Qualität der Futtermittel stimmen.

Streuobst: Der Frost im April führte teilweise zu Totalausfällen. Da im Ostalbkreis aber kaum Erwerbsobstbau vorhanden ist, hält sich der wirtschaftliche Schaden in Grenzen.

Landwirtschaft im Ostalb

3000 Arbeitsplätze hängen an der Landwirtschaft.

66.000 Hektar bewirtschaften die Bauern.

30.480 Hektar davon sind Grünland.

33.780 Hektar davon sind Ackerland.

18.100 Hektar werden für Getreideanbau genutzt.

1900 Hektar werden für Ölfrüchte wie Raps genutzt.

8700 Hektar werden für den Anbau von Mais genutzt.
sp

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© WochenPost 08.08.2017 15:57
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