Streit ums fiftyFifty-Taxi

Über 10.000 Jugendliche nutzen die App im Ostalbkreis
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    Mit der App wird Taxifahren billiger. Foto: tw
Das fiftyFifty-Taxi gibt’s noch“, sagt die Leiterin der Pressestelle des Ostalbkreises, Susanne Dietterle. Seit Ende September gibt es das Angebot des Landkreises für Jugendliche unter 25 Jahren wieder.


Ostalbkreis.
Während der Sommermonate sei das Verkehrssicherheitsprojekt im „Urlaub“ gewesen. Eine Entscheidung, die die Schüler der Union Ostalb nicht verstehen können. „Es ist verantwortungslos, den Jugendlichen ein noch vor zwei Jahren als Verkehrssicherheitsprojekt angepriesenes Programm in dem Zeitraum einzustellen, in der die Jugendlichen die meiste freie Zeit haben“, so der Kreisvorsitzende der Schüler Union Ostalb, Reinhard Langer.

Seit 2003 gibt es das fiftyFifty-Taxi im Ostalbkreis. Und das steckt hinter dem Verkehrssicherheitsprojekt: Am Wochenende haben Jugendliche die Möglichkeit, von 22 bis 6 Uhr morgens zum halben Preis mit dem Taxi fahren. Zudem gilt das Angebot auch am Abend vor gesetzlichen Feiertagen. Bezahlt wird bargeldlos mithilfe einer Smartphone-App.

Sicher nach Hause kommen

Die kann kostenlos aus dem Internet heruntergeladen werden. Wenn die Jugendlichen in ein Taxi steigen, aktivieren sie die App. Beim Verlassen des Autos müssen die Zahl der Mitfahrer, der Fahrpreis auf dem Taxameter und die dreistellige Ordnungsnummer des Taxis in die Smartphone-App eingegeben werden. Die Jugendlichen müssen nur die Hälfte der Fahrtkosten zahlen, die andere Hälfte übernehmen der Landkreis und Sponsoren. Über 10.000 Jugendliche im Ostalbkreis nutzen bisher die fiftyFifty-Taxi-App, schätzt das Landratsamt.

Erheblich erleichtert

Auch die Schüler Union Ostalb ist über das Projekt froh. „Das fiftyFifty-Projekt des Landkreises hat in der Vergangenheit den Heimweg vieler Jugendlichen, besonders in den ländlichen Gebieten des Ostalbkreises, erheblich erleichtert“, finden die Mitglieder der Schüler Union Ostalb. Das Verkehrssicherheitsprojekt sei nicht nur für Eltern und Jugendliche ohne eigenes Auto von Vorteil, sondern locke auch Gastronomie- und Clubbetreiber in den Ostalbkreis.

Ebenso sei seit Einführung des fiftyFifty-Taxis die Anzahl der betrunkenen, jugendlichen Autofahrer gesunken, erklären die Mitglieder der Schüler Union Ostalb. In den Jahren zuvor habe es jährlich sechs Verkehrstote auf der Ostalb im Zusammenhang mit Trunkenheit am Steuer gegeben. Alles Jugendliche. Nach der Einführung sei die Zahl auf null gesunken, berichtet ein Taxifahrer. Und weiter: „Das fiftyFifty-Projekt garantiert den Jugendlichen einen direkten und sicheren Heimweg, also exakt den Punkt, der den Eltern die meisten Sorgen bereitet“, fassen die Mitglieder Schüler Union Ostalb zusammen.

Besorgte Jugendliche

Dass das Angebot des fiftyFifty-Taxis ausgerechnet in den Sommerferien ausgesetzt wurde, verstehen die Jugendlichen nicht. „Kein sicheres und kostengünstiges Heimkommen für die Jugendlichen und das sicher nicht, weil es nicht genutzt wird“, so die jungen Erwachsenen.

„Wenn wir mehr Sponsoren hätten, könnten wir das fiftyFifty-Taxi ganzjährig anbieten“, begründet die Leiterin der Pressestelle des Ostalbkreises, Susanne Dietterle, die Sommerpause.

Für dunkle Jahreszeit

Zudem sei das Verkehrssicherheitsprojekt vor allem für die „dunkle Jahreszeit“ gedacht. Denn in den Wintermonaten sorge das fiftyFifty-Taxi nicht nur dafür, dass Jugendliche abends sicher nach Hause kommen, sondern biete auch Fahranfängern die Möglichkeit ein Taxi zu nehmen, statt auf schneebedeckten Straßen selbst zu fahren. Das Angebot auszusetzen, wenn es teurer werden könnte, entspreche nicht dem Grundgedanken, so der Kreisvorsitzende Reinhard Langer. Es sei wichtig, den Jugendlichen einen sicheren und bezahlbaren Heimweg zu garantieren. Da stehe auch der Landkreis mit in der Pflicht, fordert Langer weiter.

Der gleichen Meinung ist der Stadtverband der Jungen Union Schwäbisch Gmünd. „Selbst wenn es einmal für den Kreis und die Sponsoren teurer wird: Ein sicherer Heimweg für die Jugendlichen ist unbezahlbar“, erklärt der Vorsitzende der Jungen Union Schwäbisch Gmünd, Markus Bosch.

Das fiftyFifty-Taxi fährt wieder seit Freitag, 29. September, mit einer verbesserten Neuversion der Smartphone-App. Es gibt eine neue Funktion „Passwort vergessen“, größere Felder zur Eingabe der Daten und einen Barcode zum Einscannen der Ordnungsnummer des benutzten Taxis. sp

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© WochenPost 10.10.2017 17:19
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