Hier schreibt der Leutze Club

Auf Leutzes Spuren in Washington, D.C.

  • Heidrun Irres Vortrag über Emanuel G. Leutze für die United States Capitol Historical Society in Washington, D.C.
  • Marilee Pittman Rothaupt, Peter & Heidrun Irre und Ulrike Köhler vor den Gräbern von Emanuel Leutze & Ida Leutze Wheeler auf dem Glenwood Cemetery
  • Das Grab von Emanuel G. Leutze auf dem Glenwood Cemetery in Washington, D.C. und der Kranz seiner Geburtsstadt Schwäbisch Gmünd

Vor zwei Jahren wurde der Historienmaler Emanuel Gottlob Leutze anlässlich seines 200. Geburtstages in Schwäbisch Gmünd bei vielen Veranstaltungen gefeiert. In diesem Jahr jährt sich am 18. Juli sein Todestag zum 150. Mal. Heidrun und Peter Irre, Marilee Pittman Rothaupt und Ulrike Köhler, Mitglieder des Leutze-Clubs, Mitglieder des LEUTZE Clubs nahmen dieses Jubiläum zum Anlass, den berühmten Sohn unserer Stadt in Washington, D.C., wo er gestorben und bestattet ist, die Ehre zu erweisen.

Die erste Gelegenheit, Emanuel G. Leutze zu ehren, bot sich am 23. Mai, als Heidrun Irre der Einladung von William C. diGiacomantonio, Chief Historian der United States Capitol Historical Society, gefolgt ist, einen Vortrag über den Künstler zu halten. Vierzig Kunst- und vor allem Leutze-interessierte Zuhörer waren im Ketchum Hall des Veterans of Foreign Wars Gebäudes anwesend. Der Titel der PowerPoint Präsentation „Emanuel G. Leutze: „A Man of True Genius“, Neglected and Almost Forgotten“ war absichtlich gewählt worden. Auf der einen Seite steht das Zitat „ein Mann wahrer Genialität“ des Schriftstellers Nathaniel Hawthorne, auf der anderen die Tatsache, dass Leutze meist auf seine beiden Werke „Washington Crossing the Delaware“ (1851) im Metropolitan Museum of Art in New York und „Westward the Course of Empire Takes Its Way“ (1862) im U.S.-Kapitol reduziert wird. Heidrun Irre referierte über das Leben und gesamte Œuvre Leutzes, um zu verdeutlichen, dass der Künstler zu Unrecht immer noch vernachlässigt wird und fast in Vergessenheit geraten ist. Die Fotos von den Feierlichkeiten, die der Leutze Club seit 2010 gemeinsam mit der Stadt organisiert, überzeugten die Zuhörer, dass Leutze in seiner Geburtsstadt Schwäbisch Gmünd die Ehre zuteilwird, die ihm gebührt.

Nach dem Vortrag wurden die Leutze Club Mitglieder von Dr. Barbara Wolanin, emeritierte Kuratorin des Architect of the Capitol, in das westliche Treppenhaus des Repräsentantenhauses des Kapitols geführt, wo sie das 610 auf 914 Zentimeter große Wandgemälde „Westward the Course of Empire Takes Its Way“ (Westwärts nimmt der Gang des Imperiums seinen Lauf) aus nächster Nähe betrachten konnten.

Der Hauptgrund der Reise nach Washington, D.C. war eigentlich ein anderer: der sogenannte Sesquicentennial, der 150. Todestag Leutzes, am 18. Juli diesen Jahres. Dieses Ereignis wurde jedoch vorgezogen, so dass die zweite Veranstaltung, eine kurze aber würdevolle „Observance“ (Zeremonie) auf dem Glenwood Cemetery am 24. Mai, dem 202. Geburtstag Leutzes, stattfand. Im Auftrag der Stadt Schwäbisch Gmünd stellten die vier Leutzeaner einen Kranz in den Gmünder Farben neben dem Grabstein Leutzes auf. Auf der rot-weißen Schleife stand der Aufdruck „A Tribute to Emanuel G. Leutze from Schwäbisch Gmünd, his town of birth“ (Eine Huldigung Emanuel G. Leutzes von Schwäbisch Gmünd, seiner Geburtsstadt).
Heidrun Irre sprach über die Umstände seines verfrühten Todes im Alter von nur 52 Jahren. Er brach an einem sehr heißen Sommertag zusammen, wurde bewusstlos und erlag am Abend einem Schlaganfall. Sein ältestes Kind, die Tochter Ida Maria, war in seinen letzten Stunden bei ihm. Zwei Tage später wurde er auf dem idyllischen Glenwood Friedhof bestattet. Ein schlichter Grabstein aus weißem Marmor, in dem nur sein Namen und das Geburts- und Todesjahr eingemeißelt sind, schmückt seine letzte Ruhestätte.
Danach trug Marilee Pittman Rothaupt die Rede vor, die Prof. Alan F. Hickman, Vice President des Leutze Clubs, aus diesem Anlass verfasst hatte. Er erwähnte die doppelte Nationalität Leutzes, unterstrich aber, dass er zwar beeindruckende Historiengemälde zur Geschichte der USA gemalt hatte, aber seine Geburtsstadt Gmünd immer im Herzen trug.
Vierzig Jahre nach dem Tod ihres Vaters wurde Ida Leutze Wheeler neben ihm bestattet. Sie ist den Gmündern vom Gemälde „Die Bernsteinkette“ im Museum im Prediger bekannt. Auch sie erhielt an diesem Abend eine Würdigung. Schatzmeisterin Ulrike Köhler sprach über Idas Leben und ihre enge Beziehung zu ihrem Bruder Heinrich Eugen, der später zum Konteradmiral der U.S. Navy avancierte. Im Anschluss stellten die Leutzeanerinnen einen weißen Blumenkorb neben Idas Grabstein. Mit dem Wunsch „Rest in Peace“/„Ruhet in Frieden“ endete die Feierlichkeit, zu der auch einige Zuhörer vom Vortag gekommen waren.

Am selben Tag, allerdings der Zeitverschiebung wegen, acht Stunden früher, hatte im 6660 Kilometer entfernten Schwäbisch Gmünd eine weitere Leutze-Veranstaltung stattgefunden. Oberbürgermeister Richard Arnold und Katharina Aubele, Organisatorin dieser Würdigung, enthüllten die Leutze-Informationstafel an der Ecke Rinderbacher Gasse/Kalter Markt. Die in Gmünd gebliebenen Vertreter des Leutze Clubs, Mitglieder der Stadtverwaltung, die an der Planung und Durchführung des Projektes beteiligt waren, Familie Schmid und weitere Gäste hatten an dieser Ehrung Leutzes teilgenommen.

Durch diese beiden Feierlichkeiten wurde eine virtuelle Brücke zwischen dem Geburtshaus in Schwäbisch Gmünd und der Grabesstätte in Washington, D.C. geschlagen und die transatlantische Beziehung des deutsch-amerikanischen Vereins verdeutlicht.

© Leutze Club 04.08.2018 16:26
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