Immer weniger Berufsschüler

300 Schüler weniger als im Vorjahr im Ostalbkreis
  • Auf den unterschiedlichen Ausbildungsmessen wie hier in der Weidenfeldhalle das Aalener Berufsschulzentrum können die verschiedenen Berufe erfahren werden.Foto: opo

Weniger Schüler als in den vergangenen Jahren sind an den Schulen des Ostalbkreises. Insbesondere gibt es weniger Berufsschüler an den drei Schulen des Ostalbkreises. Der Trend gegen eine Ausbildung scheint sich zu bestätigen. Mehr Schüler gibt es nur im Bereich der Sonderpädagogik.


Ostalbkreis.
Die Schülerzahlen an den Berufsschulzentren im Ostalbkreis nehmen weiter ab: 300 Schüler weniger als im Vorjahr besuchen eines der Zentren in Aalen, Ellwangen und Schwäbisch Gmünd. Insgesamt sind es in diesem Jahr 10.397 Schülerinnen und Schüler, die dort unterrichtet werden. Im Vorjahr, 2017, waren es 10.699, vor zehn Jahren noch fast 12.000 Schülerinnen und Schüler. Das berichtete Landrat Klaus Pavel in der Sitzung des Ausschusses für Bildung und Finanzen.

Erstmals weniger als 6000 Teilzeitschüler

Der größere Teil dieser Schüler sind sogenannte „Teilzeitschüler“. Das bedeutet, dass sie in einer Ausbildung sind – zeitweise in Betrieben, zeitweise in der Berufsschule. Derzeit sind es 5974 Berufsschüler, die im Ostalbkreis unterrichtet werden. Erstmals sind es damit weniger als 6000 Berufsschüler. In Spitzenzeiten waren es mehr als 7000.

Dies liegt zum einen daran, dass es insgesamt weniger Schüler gibt, aber auch daran, dass es für Ausbildungsbetriebe schwerer werde, Bewerber zu finden. „Wenn wir zu wenig ausbilden, ist unsere Wirtschaft in Gefahr“, sagte dazu Pavel. Nicht so dramatisch wie an anderen Schulen sei es um die Lehrerversorgung an den Berufsschulzentren bestellt, berichtete Pavel: „Das passt“, sagte er.

Sonderpädagogische Bildungszentren

Interessant ist der Blick auf die Sonderpädagogischen Bildungszentren (SBBZ) im Ostalbkreis. Dort steigen die Zahlen wieder an. 607 Kinder insgesamt besuchen eine dieser sechs Schulen im Ostalbkreis. Im Vorjahr waren es 573, 2014 sogar nur 493. „Eigentlich hatten wir damit gerechnet, dass diese Zahlen deutlich zurückgehen“, berichtete Landrat Pavel mit Blick auf das Thema Inklusion. Das sei jedoch nicht der Fall – und auch Zeichen eines Ausdrucks des Vertrauens, den Eltern offenbar diesen Einrichtungen mit sonderpädagogisch geschultem Personal entgegenbrächten. „Die Schulleitungen stellen fest, dass die Eltern die Fördermöglichkeiten für ihre Kinder erkennen und deshalb die Beschulung in einem SBBZ der inklusiven Beschulung bevorzugen.“

Besonders deutlich ist die Schülerzahl an der Klosterbergschule in Schwäbisch Gmünd gestiegen. Der Anstieg erfolgte laut Landratsamt „durch Kinder, welche den Schulkindergarten durchlaufen haben und durch Kinder mit Migrationshintergrund“. Der Anstieg der Schülerzahlen bei der Heideschule in Mutlangen sei auf den verbesserten Erstkontakt mit den Eltern durch die Arbeit der vor wenigen Jahren eingerichteten Frühförderung zurückzuführen. sp

© WochenPost 09.10.2018 14:57
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