„Schnauze voll“ vom wilden Müll

OAK-Verwaltung will mit Aktionsplan illegalen Abfall reduzieren
  • Container, Unterführungen oder einfach nur am Wegesrand - wilder Müll ist fast überall zu finden. Foto: tw

Es geht weiter im Kampf gegen den wilden Müll. Der Landkreis und die GOA starten eine Imagekampagne gegen die zunehmende Vermüllung der Landschaft. Das ist geplant.


Aalen.
Vor nicht mal 14 Tagen war Kreisputzete. Gut 18.000 Menschen haben teilgenommen und entlang der Straßen und Flüsse, in den Wäldern und auf den Fluren tonnenweise Müll gesammelt. Bisweilen schaut es jetzt schon wieder so aus wie vor der Putzete. An Glascontainern, Unterführungen und Parkplätzen findet sich schon wieder jede Menge Abfall, der wild entsorgt wurde. Die Gemeinden und Städte setzen sich gegen den Müll ein – die Aalener Stadtverwaltung sucht sogar nach „Müllsheriffs.“ Für Landrat Klaus Pavel steht deshalb fest: Die Bürger haben „die Schnauze voll“, sie erwarten ein Signal der Kreispolitik.

Initiative „Saubere Ostalb“

Das Signal kommt jetzt in Form der Initiative „Saubere Ostalb“. Landkreisverwaltung und GOA haben dazu ein Arbeitspapier entwickelt, dem der Kreistag grundsätzlich zugestimmt hat. Das ist geplant:

Öffentlichkeitsarbeit: Bürger sollen durch Zeitungsanzeigen, Plakate, Radio- und Kinowerbung für das Problem der Vermüllung der Landschaft sensibilisiert werden. Das Thema Müllvermeidung soll wieder ins Bewusstsein rücken. Landrat Klaus Pavel erinnerte dabei an eine frühere Kampagne gegen Dosen.

Abfallkümmerer: Sie sollen fester Ansprechpartner für die Sauberkeit im öffentlichen Raum sein. Zu ihren Aufgaben gehört etwa die Beratung von Wohnbauunternehmen in Müllfragen, aber auch die kurzfristige Entsorgung von wildem Müll. Die GOA soll insgesamt drei Abfallkümmerer anstellen.

Müllpaten:

Immer mehr Bürgerinnen und Bürger werden selbst aktiv und sammeln den Müll auf, den andere hinterlassen. Die GOA will sie dabei künftig unterstützen, etwa durch die notwendige Ausstattung mit Müllsäcken, Handschuhen und Schutzkleidung. Eine kleine Aufwandsentschädigung sollen die ehrenamtlichen Helfer auch bekommen.

Glascontainer: Städte und Gemeinden sollen die Standorte dahingehend überprüfen, ob eine soziale Kontrolle erfolgen kann und so das Ablegen von Müll erschwert wird.

Glascontainer: Die GOA reinigt die Standorte einmal wöchentlich. Den darüber hinausgehenden Reinigungsbedarf erledigen die Bauhöfe der Städte und Gemeinden. Die Kosten übernimmt der Landkreis.

Unterflurcontainer für Altglas und Dosen: Viele Städte setzen inzwischen auf Abfallbehälter, die ganz oder teilweise in den Boden eingelassen sind. Zu sehen sind nur die Einwurfschächte an der Oberfläche. Ziel ist, in den kommenden drei Jahren 20 Unterflurcontainer anzuschaffen. Der erste soll in Schwäbisch Gmünd eingerichtet werden. Die Stadt kommt für die Tiefbauarbeiten auf, die GOA für Ausstattung und Leerung. Landrat Pavel bezifferte die Kosten auf 20.000 bis 30.000 Euro pro Standort – ohne Tiefbau.

Altkleiderstandorte: Für die Reinigung sind die Bauhöfe zuständig. Dafür sollen Städte und Gemeinden in den Pachtverträgen mit den Anbietern eine Pauschale aufnehmen, die die Reinigungskosten abdeckt.

Müllsparersäcke: Sie waren ursprünglich mal für kleine Haushalte gedacht, zum Beispiel für alleinstehende Menschen oder Paare ohne Kinder. Inzwischen nutzen laut Landrat 22.000 von rund 110.000 Ostalb-Haushalten die Müllsparersäcke – und sparen sich so eine Mülltonne. Jetzt soll geprüft werden, das Angebot auf Ein- bis Zweipersonenhaushalte zu begrenzen oder die Mindestabnahme auf neun Säcke zu erhöhen. Dazu müsste der Landkreis die Abfallwirtschaftssatzung anpassen.

Kosten der Kampagne

Der Kreis beziffert die Kosten für die Kampagne auf 310.000 Euro jährlich. Allein rund 270.000 Euro entfallen auf die Abfallkümmerer, 40.000 Euro für die Öffentlichkeitsarbeit. Die GOA und der Landkreis übernehmen dabei je 30 Prozent. Den Rest sollen dann die Städte und die Gemeinden des Ostalbkreises nach der entsprechenden Einwohnerzahl schultern.
sp/gt

© WochenPost 16.04.2019 15:37
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