So soll die Ostalb sauberer werden

Drei Abfallkümmerer sind jetzt im Einsatz gegen den Müll
  • Kaum ein Tag vergeht ohne neue Müllfunde an einem öffentlichen Platz im Ostalbkreis. Foto:Stadt Aalen

Wilder Müll nimmt in den letzten Jahren immer mehr zu in unserer Region. Landrat und GOA-Chef starten die Kampagne „Saubere Ostalb“. Drei Abfallkümmerer sind jetzt im Einsatz. Ehrenamtliche sollen helfen.

Ostalbkreis. Martin Pohl aus der Schwäbisch Gmünder Oststadt kann nicht mehr länger zusehen. „Es ist schlimm, wie manche Menschen mit der Schöpfung Gottes umgehen“, sagt er. Der Gleichgültigkeit vieler Menschen, die einfach Verpackungen und Zigaretten wegwerfen, setzt er sein Engagement entgegen. Martin Pohl ist einer der ersten Müllpaten im Ostalbkreis, von denen es bald viele mehr geben soll. An diesem Montag starteten Landrat Klaus Pavel und der Chef der Geschäftsführer der Gesellschaft im Ostalbkreis für Abfallbewirtschaftung (GOA), Henry Forster, die Kampagne „Saubere Ostalb“. Dafür nehmen Städte und Gemeinden, Ostalbkreis und die GOA richtig Geld in die Hand: Für müllfreie Straßen, Wege und Wälder werden jährlich 310.000 Euro ausgegeben. Damit werden Personalstellen geschaffen, Ausrüstungen gekauft und Werbeaktionen gestartet.

Zunächst auf drei Jahre angelegt

„Ich habe den Eindruck, dass Abfall im öffentlichen Raum deutlich zugenommen hat“, sagt Landrat Klaus Pavel. Die zunächst auf drei Jahre ausgelegte Kampagne solle dazu beitragen, manche Menschen an ihren Anstand zu erinnern. „Man wirft nichts einfach zu Boden.“

Die Mengen an wildem Müll, den die GOA entsorgt, habe in den vergangenen Jahren zugenommen, weiß Henry Forster. Allein 2018 waren das 1400 Tonnen. Die Kosten fürs Einsammeln und Entsorgen belaufen sich auf bis zu 200.000 Euro. Geld, mit dem umweltbewusste Verbraucher über die Gebühren belastet werden.

Für die Kampagne „Saubere Ostalb“ gibt es jetzt eine zentrale Anlaufstelle: Gabriele Bollin organisiert die Initiative, ist für die Arbeit der Abfallkümmerer zuständig, die in drei Bezirken aktiv werden: Für den Raum Aalen ist das Christian Käufer, im Raum Schwäbisch Gmünd ist Markus Kreuz aktiv und für die Ellwanger Region Walter Sauerborn. Damit die Ostalb am Ende wirklich sauberer ist, brauchen Kommunen und GOA ehrenamtliche Mitarbeiter wie Martin Pohl, dem Landrat Klaus Pavel für seinen bisherigen Einsatz dankt. Henry Forster ist zuversichtlich, bald ein Netz von Helfern zu finden. „Die Stadt Ulm hat schon bald nach dem Start einer solchen Kampagne 100 Müllpaten gefunden“, so Forster. Er glaubt, dass diese Aktion auf viel Beachtung in der Bevölkerung stoßen wird.

Verhalten soll sich ändern

Die Kampagne solle dazu beitragen, dass sich das Müllverhalten ändert. Auf längere Sicht sollte dann die Menge an wildem Müll abnehmen, das erhoffen sich die Initiatoren. Vor allem entlang von Straßen sei die Verschmutzung ein Problem, sagt Klaus Pavel. Abfallkümmerer Markus Kreuz weiß, „dass viele Autofahrer einfach die rechte Scheibe öffnen und die Plastikflasche rauswerfen“. Ärgerlich sei die Vermüllung, weil ein Großteil der Abfälle kostenlos bei den Wertstoffhöfen entsorgt werden könnte. „Wir finden besonders viele Glasflaschen, die man umsonst abgeben kann“, sagt er. Und es gebe Leute, die einen Kühlschrank tief in den Wald reinfahren, obwohl man ihn gratis bei der GOA abgeben könnte.

Die Abfallkümmerer sind in ihren Bezirken unterwegs, dafür wurde jetzt auch ein neuer Elektrotransporter angeschafft, dessen Reichweite von 187 Kilometern ihn vor allem für die Städte interessant macht. In den ländlichen Regionen im östlichen und nordöstlichen Kreisgebiet werden vorläufig noch herkömmliche Entsorgungsfahrzeuge eingesetzt.

Daten, Zahlen, Fakten

Einen weiteren Schritt in Richtung „Saubere Ostalb“ gehen Städte, Gemeinden und die GOA mit den neuen Unterflurcontainern. Sie ersetzen innerorts die Glascontainer, um die sich häufig Hausmüll ansammelt. Mit dem Pilotprojekt in der Ledergasse in Schwäbisch Gmünd sind Landrat und GOA zufrieden. Dort sei kein wilder Müll mehr aufgetaucht. Die Kosten für den Bau teilen sich jeweils Kommune und GOA. Ziel sei es, in den kommenden Jahren insgesamt 20 neue Unterflurcontainer zu bauen.

Die zentrale Stelle für die Kampagne „Saubere Ostalb“betreut Gabriele Bollin. Abfallberatung und Abfallkümmerer sind ihr Thema. Bürger, die sich als Müllpaten einbringen möchten, können sich ebenfalls bei ihr melden. Sie ist erreichbar unter der Telefonnummer (07174)2711 462 oder per E-Mail an: gabriele.bollin@goa-online.de.

Der neue Streetscooter der GOA wird in Vilshofen gebaut und ist eine Ableitung des von der Deutschen Post entwickelten Transporters.

kust

© WochenPost 06.08.2019 16:12
493 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?