Sturmtief „Sabine” wütet

Orkanböen und Gewitter auch im Ostalbkreis
  • In den Aalener Schlatäckern war der Wind deutlich stärker als das Baugerüst.Foto: opo

Sturm Sabine hat ordentlich in Deutschland gewütet. Und dabei wurde auch der Ostalbkreis nicht verschont,obwohl es zum Glück keine ernsthaft Verletzten in der Region gab.

Ostalbkreis. In der Nacht und in den frühen Morgenstunden wütete Sturmtief Sabine über den Ostalbkreis. Die Region kam offenbar glimpflich davon: 130 Notrufmeldungen bei der Polizei – aber keine Verletzten. Ein großes Verkehrschaos beim Pendlerverkehr gab es nicht. Aber für Bahnfahrer sah es schlecht aus: Der Bahnverkehr wurde bis in den Vormittag eingestellt und normalisierte sich dann nur langsam.

Die Polizei verkündete um 8 Uhr eine Zwischenbilanz: 130 Notrufe beim Führungs- und Lagezentrum. Mehrere Autos wurden durch umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste beschädigt, teilweise wurden auch Dächer in Mitleidenschaft gezogen.

Viele Schüler zu Hause

Die Hochschule Aalen informierte am Sonntag auf ihrer Internetseite, dass alle Prüfungen am Montag ausfallen. „Voraussichtlich werden die meisten der 48 ausgefallenen Prüfungen in der nächsten Woche nachgeholt“, sagt Pressesprecherin Viktoria Kesper.

Auch das Schubart-Gymnasium Aalen reagierte auf den Sturm. „Der Unterrichtsschluss war am Montag schon um 11.20 Uhr“, sagt Schulleiterin Christiane Dittmann. Die Konrad-Biesalski-Schule verkündete den Schulausfall am Montag für alle Außenklassenstandorte und Kindergartenstandorte.

Die Franz-von-Assisi-Schule in Waldstetten sagte den Unterrichtsbetrieb ab. „Insgesamt sind wegen des Sturms weniger Schüler da, der Unterricht findet aber trotzdem ganz normal statt“, so der Schulleiter Bernhard Wagner von der Technischen Schule in Aalen.

Das Kultusministerium in Baden-Württemberg stellte es den Eltern frei, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken. Für diesen Dienstag, 11. Februar, geht die Behörde in einer Mitteilung davon aus, dass der Unterricht wieder regulär stattfinden kann. Falls „besondere Umstände auf dem Schulweg“ dies doch verhindern, müssten Eltern die Schule informieren.

Straßensperrungen

Gemeldet wurden umgestürzte Bäume unter anderem an der Himmlinger Steige, in Lauchheim, Abtsgmünd und Eggenrot. Diese wurden hauptsächlich durch Einsatzkräfte der Feuerwehren, Straßenmeistereien sowie Bauhöfen beiseite geräumt. Zu außergewöhnlichen Schadensereignissen kam es bis dahin allerdings nicht, resümiert die Polizei. Auch wurden nach aktuellem Stand keine Personen ernsthaft verletzt.

Die Stadt Schwäbisch Gmünd sperrte aufgrund von gebrochenen Ästen die Verbindung nach Großdeinbach, die mittlerweile wieder frei ist.

Viel zu tun für die Feuerwehr

Die Feuerwehr Ellwangen gibt am Mittag eine Zwischenbilanz: „Den ersten Einsatz hatten wir heute Morgen um 4.09 Uhr, wegen eines umgestürzten Baumes auf der B290“, erzählt der stellvertretende Stadtbrandmeister Rainer Babbel. Es folgten weitere Einsätze wegen Bäumen auf Straßen. Die Abteilung Eggenrot wurde um 10.33 Uhr gerufen, da dort ein Baum in eine Stromleitung krachte. Insgesamt hatte die Feuerwehr Ellwangen sechs Einsätze, die Abteilung Eggenrot einen Einsatz – alle wegen umgestürzter Bäume. Die Feuerwehr Ellwangen war mit 30 Einsatzkräften und fünf Fahrzeugen unterwegs.

Auch die Feuerwehr Aalen kann gegen 13 Uhr ein erstes Fazit ziehen: „Wir wurden um 5.50 Uhr zum ersten Einsatz gerufen, seitdem waren es insgesamt 94 Einsätze“, resümiert Leitstellenleiter Kay Thiemig. Auch in Aalen waren es überwiegend umgeknickte und umgestürzte Bäume. Vorsichtshalber hat die Feuerwehr Aalen das Personal am Morgen verdoppelt. Ab etwa 10.30 Uhr wurde es aber deutlich ruhiger.

Drei Einsätze konnte die Feuerwehr in Bopfingen verzeichnen: „Wir sind hier wirklich glimpflich davon gekommen“, sagt Kommandant Klaus Kurz auf Nachfrage.

Auch die Feuerwehr in Schwäbisch Gmünd atmet am Mittag durch. Sie wurden bis jetzt zu zwölf Einsätzen gerufen: „Es waren hauptsächlich umgestürzte Bäume und die Sicherung von Bauzäunen“, erzählt Gmünds Feuerwehrkommandant Uwe Schubert. Sie waren mit vier Abteilungen und ca. 50 Einsatzkräften unterwegs. „Wir haben um 5 Uhr eine kleine Krisensitzung mit der Stadt gehabt, in der wir zum Beispiel entschieden haben, die Verbindung nach Großdeinbach zu sperren“, erklärt Schubert.

Die Bahn reagierte auf die Unwetterwarnungen, indem das Unternehmen den Fernverkehr bundesweit einstellte. Züge des Fernverkehrs endeten an größeren Bahnhöfen. Go-Ahead warnte bereits am Sonntag vor Beeinträchtigungen. Am frühen Montagmorgen meldeten die Zugunternehmen dann, dass auch der Regionalverkehr in Baden-Württemberg von 2 bis 11 Uhr komplett eingestellt werde. Den Tag über normalisierte er sich nur langsam und es kam immer wieder zu Zugausfällen auch noch am Abend. Zunächst gesperrt blieb bis in den Abend die Bahnstrecke Aalen – Ulm.

Lebensgefahr im Wald

Forstminister Peter Hauk warnt am Montagvormittag: „Landesweit herrscht in den Wäldern aktuell Lebensgefahr. Die Bürger sind gehalten, Waldgebiete vorerst zu meiden“. Die GOA sagt am Montag alle Abholungen ab. Alle Abfuhren in dieser Woche werden um einen Abfuhrtag verschoben, heißt es.

Versicherung

„Die Versicherung zahlen für Sturmschäden in der Regel ab Windstärke 8. Für den Nachweis kann man das Archiv der aktuellen Windspitzen von WetterOnline nutzen“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline.

sp/tw

© WochenPost 11.02.2020 15:29
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