Wie ein Krimi

Nein, dieses Buch ist kein Krimi! Aber nicht weniger spannend. Geht es doch um uns selbst. Um Tod in unserer Gesellschaft, in Deutschland. Juliane Uhl arbeitet in einem Krematorium, schreibt für die Mitteldeutsche Zeitung „Die letzte Kolumne“ und geht Fragen nach, die in unserem Leben weitestgehend tabu sind. Wir beschränken uns doch nur noch auf die Art der Bestattung, um die Auswahl des Sargs, der Blumen, den Leichenschmaus! Wir geben das ganze Prozedere in professionelle Hände, weil wir nicht gelernt haben, uns mit dem Sterben und Tod auseinanderzusetzen. Uhl hat täglich mit Toten zu tun, sieht die Aschekapseln, die der Bestatter abholt, weiß, wie die großen Öfen mit kleinem Guckloch funktionieren. Sie sucht das Leben, das vor dem Sterbebett stattfindet. Im Hospiz, wo sie Hingabe und Liebe findet, in der Rechtsmedizin erlebt sie Erschreckendes, andernorts trifft sie auf Kälte und Gleichgültigkeit. Mein Fazit: Ein Buch mit voller brisanten Erfahrungen, wenn Sie wissen wollen, was von Ihnen bleibt!

Karin Müller

„Drei Liter Tod“ von Juliane Uhl, Kösel Verlag,

17,99 Euro

© WochenPost 24.03.2020 15:58
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