Geld zurück für Pendler!

Fahrgastentschädigung für Remsbahn gestartet
  • Kommen nicht immer pünktlich - die Züge von Go-Ahead. Foto: opo

Viel mussten die Pendler Richtung Stuttgart seit der Umstellung beim Zugverkehr ertragen in den letzten Monaten. Seit dem 17. Juni können sich Pendler eine Entschädigung für ihre Entbehrungen sichern.

Ostalbkreis. Wie immer wieder in den vergangenen Monaten berichtet wurde, hatten es die Pendler nicht leicht, die auf die Bahn angewiesen waren. Bereits vor Corona kam es immer wieder zu Zugausfällen und Verspätungen in Richtung Landeshauptstadt. Für die Route Stuttgart – Schwäbisch Gmünd – Aalen können die Kunden des für die Strecke zuständigen Unternehmens Go-Ahead eine Entschädigungen wegen der vielen Verzögerungen und Ausfälle von Zügen beantragen. Bei insgesamt zehn Strecken im Ländle gilt diese Maßnahme.

Unpünktlichkeit und Zugausfälle

Anhand objektiver Kriterien, insbesondere Pünktlichkeit und Zugausfallquoten hatte das Verkehrsministerium entschieden, dass auf diesen zehn Strecken außerhalb des Gebiets der Stuttgarter S-Bahn die Pendlerinnen und Pendler entschädigt werden, heißt es von Seiten des Regierungspräsidiums.

Seit vergangener Woche gilt die Möglichkeit der Entschädigung.

Damit bedanken sich die beteiligten Eisenbahnunternehmen und das Verkehrsministerium auch bei den Pendlerinnen und Pendlern, dass sie auf den betroffenen Verbindungen trotz schlechter Leistungen der Bahn treu geblieben sind. „Das war keine Werbung für die Schiene und ich verstehe gut, dass viele sich gerade im letzten Jahr über verspätete und ausgefallene Züge geärgert haben. Das ging mir nicht anders. Die Unternehmen zeigen mit dieser Kunden-Aktion, dass sie dafür Verantwortung übernehmen, wenn der Betrieb dauerhaft nicht gut gelaufen ist,“ heißt es von Seiten des Verkehrsministeriums. „Das Land finanziert im Interesse einer nachhaltigen Mobilität aus Pönalen einen Teil der Entschädigung mit“, stellt der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann klar. „Die Pünktlichkeitsquoten haben sich während der letzten Monate auch auf den Problemstrecken stark verbessert. Nur durch diese Zuverlässigkeit bekommen wir die Mobilitätswende hin. Sie ist gerade jetzt wichtiger denn je“.

Antrag auf Rückzahlung

Den Antrag auf Rückzahlung eines Monatsbeitrages können die Kunden über die bwegt-Webseite des Landesunter www.bwegt.de/entschaedigung stellen. Bwegt nutzt für die Abwicklung der Zahlungen und für die Kundenkommunikation die Dienstleister DB Regio und DB Dialog. Auf der bwegt-Webseite werden alle Fragen zur Entschädigung über FAQs beantwortet, eine telefonische Kundenhotline steht darüber hinaus für weitere Fragen zur Verfügung, verkündet das Regierungspräsidium.

„Wir wollen es den Kundinnen und Kunden so einfach wie möglich machen. Darum bedanke mich bei unseren Dienstleistern der DB, aber auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Nahverkehrsgesellschaft und des Ministeriums, die in den letzten Monaten den Prozess für eine solche komplexe Aktion aufgesetzt haben. Ziel ist, unbürokratisch zu entschädigen“, so Verkehrsminister Winfried Hermann.

Entschädigt werden Fahrgäste, die von Schlechtleistungen im regionalen Bahnverkehr zwischen Juli 2019 und Januar 2020 betroffen waren und eine Monats- oder Jahreskarte, ein Abonnement, eine Zeitkarte des DB-Fernverkehrs oder eine Bahncard 100 besaßen.

Strafzahlungen werden investiert

Eisenbahnunternehmen müssen generell Strafzahlungen, sogenannte Pönale an das Land entrichten, wenn ihre Züge schlechte Pünktlichkeitswerte aufweisen, heißt es von Seiten des Regierungspräsidiums. Diese Zahlungen werden in das Schienensystem reinvestiert. Die Entschädigungsaktion ist darüber hinaus eine einmalige Erstattung an die Bahnkundinnen und -kunden.

pm/tw

© WochenPost 23.06.2020 14:37
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